Zürich baut erste Alterswohnungen für Schwule und Lesben

Zürich bietet die ersten so speziellen Alterswohnungen der Schweiz an: Sie sind reserviert für ältere Angehörige der LGBTI*-Gemeinschaft.

, 24. Juli 2020 um 07:06
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Hier in der renovierten Siedlung Espenhof sollen in fünf Jahren alte Menschen einziehen, die sexuell «queer» sind. | SAW
In Zürich wird die rund 70-jährige Alterssiedlung Espenhof zum Pionierprojekt: Ab 2025 können dort Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transmenschen bis zu ihrem Lebensende gemeinsam leben.

Neu in der Schweiz

Eine der drei Neubauten, die in der Siedlung geplant sind, wird für ältere Angehörige der so genannten LGBTI-Gemeinschaft reserviert sein. Das gibt es noch nirgends in der Schweiz.
Vorgesehen sind rund zwanzig Eineinhalb- bis Dreieinhalb-Zimmerwohnungen, aber auch Pflegeplätze. Die Idee für Alterswohnungen für Menschen, die sich als «queer» bezeichnen, also von der heterosexuellen Norm abweichen, stammt vom Verein queerAltern, der vor rund sechs Jahren gegründet worden ist.

Betreuung bis ans Lebensende

Die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) und die Pflegezentren der Stadt Zürich haben Gefallen gefunden am Projekt. Sie stellen deshalb einen Teil der rund 135 Wohnungen, die im Espenhof neu gebaut werden, für «queeres» Wohnen im Alter zur Verfügung.
Die Stadt betont in einer Mitteilung: «Es ist ein ganzheitliches Angebot. Es erlaubt den Bewohnern, im fliessenden Übergang von selbständigem Wohnen über Unterstützungsangebote nach Bedarf bis zur stationären Pflege in Pflegewohngruppen in einer vorurteilsfreien Gemeinschaft älter zu werden.»

«Queeres» Wohnen gehört zur Zürcher Altersstrategie

Zürich bietet diese speziellen Alterswohnungen an, weil es damit seine Altersstrategie 2035 umsetzen will. Diese soll  vielfältigere Lebensformen im Alter bieten.
Die Siedlung Espenhof war schon immer ein Pionierprojekt. So gründete die Stadt  vor 70 Jahren mit dem Bau dieser Siedlung ihre Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich SAW. Bis heute ist der Espenhof die grösste Siedlung.

Die neue Nachfrage: Wenig Privates, viel Gemeinschaft

Die kleinräumigen Appartements im Espenhof, die einst als luxuriös, dann als zu bescheiden und nach heute gültigen Baukriterien als sehr eng bemessen eingestuft werden, entsprechen heute wieder einem neuen Bedürfnis.
Auch bei den über 60-Jährigen gibt es immer mehr Menschen, die anders wohnen möchten. Sie wollen den persönlichen Wohnraum verkleinern, wünschen dafür aber grosse Gemeinschaftsbereiche.
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So sieht die Alterssiedlung Espenhof derzeit aus. Der Espenhof war vor rund 70 Jahren die erste Siedlung der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich SAW. | SAW E
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