Spital Wallis: Nun muss ein Experte über die Bücher

Auch das Spital Wallis steht vor grossen Investitionen. Doch für die Mehrkosten von über 123 Millionen Franken fehlt derzeit das Geld. Eine Analyse soll nun Massnahmen aufzeigen.

, 8. Dezember 2023 um 10:10
image
Auch das Spital Wallis steht wie alle Spitäler vor Spital Herausforderungen bei den anstehenden Investitionen. | zvg
Die laufenden und künftigen Investitionen in die Spitäler Brig und Sitten werden höher ausfallen als geplant. Statt der ursprünglich budgetierten 462 Millionen Franken rechnet das Spital Wallis mit Mehrkosten in Millionenhöhe.
Die Teuerung, veränderte Marktbedingungen und Anpassungen an neue Erdbeben-Normen haben die Kosten der geplanten Projekte über die ursprünglichen Kostenvoranschlägen hinaus in die Höhe getrieben. Das Spital Wallis plant oder führt derzeit den Aus- und Umbau der Spitäler Brig und Sitten durch.

Finanzierungsschwierigkeiten bestätigt

Die Mehrkosten belaufen sich einerseits auf 67,5 Millionen Franken. Unter Berücksichtigung der notwendigen medizintechnischen Ausrüstung betragen die Mehrkosten jedoch geschätzte 123 Millionen Franken.
Wie die meisten Spitäler befindet sich auch das Spital Wallis derzeit in einer schwierigen finanziellen Lage und kann die zusätzlichen Kosten nicht trage. Die finanzielle Situation erlaubt es derzeit nicht, alle geplanten Investitionen zu finanzieren. Die Finanzierungsschwierigkeiten wurden detailliert in einem Bericht an die Regierung aufgezeigt und in den letzten Berichten des Finanzinspektorats bestätigt.
Drei Investitionsphasen
Der Bericht skizziert drei Investitionsphasen bis 2055, darunter die Erweiterungen und Umbauten der Spitäler Brig und Sitten, die Anschaffung neuer medizintechnischer Geräte, die Anpassung an die Erdbebennormen, die Umsetzung des Psychiatriekonzepts, der Ausbau der Labors des Zentralinstituts der Spitäler und die Digitalisierung. Die Finanzierung dieser Projekte soll gemäss dem Gesetz über die Krankenanstalten und- institutionen über die Spitaltarife erfolgen.

Finanzanalyse in Auftrag gegeben

Der Walliser Staatsrat reagiert und hat nun einen Experten beauftragt, die Finanzierungsfähigkeit der vom Spital Wallis geplanten Investitionen zu analysieren, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Der Beauftragte ist Stefan Stefaniak, der CEO der Swisscoding Group. Er soll Massnahmen vorschlagen, um die Finanzierung der wichtigsten Investitionen sicherzustellen und gleichzeitig die Attraktivität des Spitals für Patienten und Gesundheitsfachleute zu erhalten.
Stefaniak verfüge über umfassende Kompetenzen im Krankenhaus- und Gesundheitssektor, heisst es. Er ist Geschäftsführer eines Beratungsunternehmens für Krankenhausmanagement und Gesundheitsfinanzierung. Der Berater hat nun die komplexe Aufgabe, Investitionen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bevölkerung zu priorisieren, Einnahmen zu planen und Finanzierungslösungen vorzuschlagen.
Artikel teilen
  • Share
  • Tweet
  • Linkedin
  • Whatsapp
  • Telegram
Kommentar

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Was ist Ihr Beruf?

Wo arbeiten Sie?*

undefined
undefined

*Diese Angaben sind freiwillig. Sie bleiben im Übrigen anonym.
Warum bitten wir Sie darum? Medinside bietet Ihnen die Informationen und Beiträge kostenlos. Das bedeutet, dass wir auf Werbung angewiesen sind. Umgekehrt bedeutet es idealerweise auch, dass Ihnen auf Medinside möglichst nur Werbung gezeigt wird, die zu Ihnen passt und die Sie interessant finden könnten.
Wenn wir durch solche Erhebungen Angaben über das allgemeine Profil des Medinside-Publikums gewinnen, nützt dies allen: Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, uns und unseren Kunden. Vielen Dank!


Mehr zum Thema

image

Nachhaltig: Bacillol® 30 Sensitive Green Tissues

HARTMANN erweitert sein Portfolio um die nachhaltigen Bacillol® 30 Sensitive Green Tissues. Die Tücher werden aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt und vereinen hohe Wirksamkeit, Materialverträglichkeit und Hautfreundlichkeit. Dabei werden Plastikabfall sowie CO₂-Emissionen reduziert.

image

Neuer Leistungsauftrag für die Oberwaid

Die Klinik Oberwaid ist neu auch mit muskuloskelettaler Rehabilitation auf der Spitalliste der Kantone St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden. So kann die Oberwaid auch in diesem Fachgebiet grundversicherte Patienten behandeln und leistet einen wichtigen Beitrag in der Region.

image

Zurück in die Vergangenheit: Spitäler wollen Geld vom Kanton

An sich sollten die Kantone ihre Spitäler nicht mehr finanzieren. Doch immer häufiger zahlen die Regierungen trotzdem – und verzerren möglicherweise den Wettbewerb.

image

Luzerner Kantonsspital braucht wohl bald Geld

Die Höhenklinik des Spitals machte 180'000 Franken Verlust - pro Monat. Die Kantonsregierung rechnet damit, dass das Kantonsspital Hilfe braucht.

image

Spital Wallis stellt Rehabilitation neu auf

Die Abteilung Rehabilitation wurde in zwei eigenständige Bereiche aufgeteilt. Bruno Heinen übernimmt die Leitung der muskuloskelettalen Rehabilitation als neuer Chefarzt.

image

Spital Samedan gehört bald zum Kantonsspital Graubünden

Dadurch werden wohl einzelne Stellen neu ausgerichtet oder aufgehoben. Andererseits dürften in den medizinischen Bereichen rund 20 zusätzliche Stellen entstehen.

Vom gleichen Autor

image

Arzneimittelpreise: Einheitlicher Vertriebsanteil ab 2024

Um die Abgabe von preisgünstigeren Arzneimitteln zu fördern, wird neu der Vertriebsanteil angepasst.

image

Thurgau investiert Millionen in Kinder- und Jugendpsychiatrie

Der Kanton Thurgau stärkt die stationäre kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung junger Menschen: Durch Erhöhung der Anzahl Betten und Therapieplätze.

image

Strafanzeige gegen die Ärzteverbindung FMH

Ein Verein, der sich für das Recht auf Selbstbestimmung einsetzt, hat Strafanzeige gegen die Ärztevereinigung FMH eingereicht. Es geht um Beihilfe zum Suizid.