2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.
Hôpital du Jura: 842 Unterschriften für höhere Löhne
Während andere Kantone die Löhne im Gesundheitswesen erhöht haben, bleiben sie im Hôpital du Jura unverändert. 45 Prozent des Personals fordern per Petition bessere Bedingungen.
, 25. März 2025 um 12:45842 Mitarbeitende des Hôpital du Jura – rund 45 Prozent der Belegschaft – haben eine Petition unterschrieben, mit der sie eine Anpassung ihrer Löhne an die Teuerung fordern.
Die Petition wird von vier Gewerkschaften des Gesundheitssektors unterstützt - VPOD Jura, SBK-ASI, Syna und die Société des employés de commerce - und an den Verwaltungsrat des Spitals sowie an die Kantonsregierung übergeben, darunter auch an Gesundheitsminister Stéphane Theurillat.
Konkret verlangt das Personal bis 2028 eine vollständige Teuerungsausgleich sowie eine jährliche Lohnerhöhung von mindestens einem Prozent über die nächsten drei Jahre. Dabei richtet sich der Protest nicht direkt gegen die Spitalleitung: «Die Zusammenarbeit ist eigentlich sehr gut», sagt Laurent Crevoisier von der Gewerkschaft Syna. «Das Problem ist: Der Wille wäre da, aber es fehlt schlicht an den finanziellen Mitteln.»
Im Unterschied zu anderen Kantonen, wo der Lohn im Gesundheitswesen Anfang 2024 um 1,5 Prozent angehoben wurde, ist dies im Jura nicht geschehen. «Andere Kantone stellen ihren Spitälern spezifische Mittel zur Verfügung – das fehlt hier», kritisiert Crevoisier.
Abwanderung
Die finanzielle Situation des Hôpital du Jura lasse Lohnanpassungen kaum zu, räumt auch Syna ein – dennoch sei die Lage prekär. Die Petition warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und möglichen Abwanderungen. In einem von Fachkräftemangel geprägten Umfeld könne der Kanton Jura so im Wettbewerb mit besser zahlenden Kantonen zurückfallen.
Crevoisier spricht von einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe: «Der Pflegenotstand wird uns so oder so treffen. Die Frage ist, wie wir ihn abfedern und unsere Institutionen darauf vorbereiten.»
Forderung
Die unterzeichnenden Organisationen fordern:
- zusätzliche finanzielle Mittel zur Sicherung des Spitalbetriebs,
- eine klare Positionierung des Kantons zu den Lohnbedingungen im Gesundheitswesen,
- die Umsetzung der Pflegeinitiative, die vor drei Jahren angenommen wurde,
- sowie ein Ende von Sparmassnahmen und Druck auf das Personal.
Bleiben konkrete Schritte aus, drohen laut Gewerkschaften nicht nur Abgänge von Mitarbeitenden – sondern auch eine langfristige Schwächung der Gesundheitsversorgung im Kanton Jura.
Artikel teilen
Kommentar
Vom gleichen Autor
Appell an Migros: 350 Gesundheitsprofis für den Nutri-Score
Der Nutri-Score verschwindet aus der Migros, Fachleute protestieren. Sie warnen vor negativen Folgen für die öffentliche Gesundheit.
Freiburg: Radiologie-Techniker beklagen unfaires Vorgehen
Die Radiologiefachleute des Freiburger Spitals fechten ihre Lohneinstufung weiter an. Die Bewertungskommission sei ungerecht zusammengesetzt.
Was tun gegen die Personalnot? Mehr Macht für die Pflege.
In Frankreich werden die Kompetenzen der Pflegefachleute bald drastisch erweitert. Die Nationalversammlung hat ein entsprechendes Gesetz durchgewunken – einstimmig.