Spital Zofingen geht an Swiss Medical Network

Die Privatklinikgruppe übernimmt das Aargauer Regionalspital. Umgekehrt steigt die Kantonsspital-Gruppe KSA bei Swiss Medical Network ein.

, 12. Dezember 2024 um 12:30
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Wird Verwaltungsrat von Swiss Medical Network: KSA-Präsident Daniel Lüscher  |  Bild: PD
Nun ist es klar: Das Spital Zofingen hat eine Zukunft. Denn die Privatklinik-Gruppe Swiss Medical Network übernimmt das Regionalspital. Und umgekehrt wird das KSA strategischer Aktionär von Swiss Medical Network: Das Kantonsspital Aarau übernimmt 3,57 Prozent an der Spitalgruppe.
KSA-Präsident Daniel Lüscher soll in den Swiss-Medical-Network-Verwaltungsrat einziehen.
Die 770 Angestellten des Spitals Zofingen – inklusive des Pflegezentrums mit rund 80 Personen – behalten ihre Arbeitsverträge. Sie sollen «von zusätzlichen Möglichkeiten in den Bereichen Weiterbildung und beruflicher Mobilität innerhalb des Netzwerks von SMN» profitieren, heisst es in der Mitteilung des KSA.

«Kontinuität gewährleisten»

Die Privatklinik-Gruppe Swiss Medical Network umfasst zehn Spitäler in der Westschweiz, acht Spitäler in der Deutschschweiz und zwei Kliniken im Tessin. Im Mittelland ist SMN mit der Villa im Park in Rothrist und mit der Privatklinik Obach in Solothurn vertreten.
Im Hintergrund steht aber auch, dass Swiss Medical Network mit und um das Spital Zofingen eine weitere integrierte Versorgungsregion aufbauen will. «Die Integration des Spitals Zofingen in unser Netzwerk ist Teil unserer Strategie, innovative Versorgungsmodelle in Gesundheitsregionen zu entwickeln und gleichzeitig die Kontinuität und Nachhaltigkeit der bestehenden Dienstleistungen zu gewährleisten», sagt Raymond Loretan, der Präsident von Swiss Medical Network.
KSA-Präsident Daniel Lüscher äussert sich erfreut, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben. «Wir sind stolz darauf, diesen neuen Schritt mit Swiss Medical Network zu gehen», so Lüscher: «Diese Partnerschaft bietet vielversprechende Perspektiven für die qualitative Optimierung der medizinischen Dienstleistungen und die Integration von Versorgungswegen zugunsten unserer Patienten».

Rückblick

Im Geschäftsjahr 2024 hatte das Spital Zofingen ein Defizit von 4 Millionen Franken ausgewiesen. Seit Frühjahr kursierten verstärkt Befürchtungen, dass das Regionalspital geschlossen werden könnte; Angestellte wandten sich zum Beispiel im Juli mit entsprechenden Vermutungen an die Stadt und an Politiker der Region.
Zudem vermeldete Ariella Jucker, die damalige Leiterin des Spitals Zofingen, dass sie Anfang 2025 zur Thurmed-Gruppe geht. In der Folge kursierten Andeutungen in der Region, dass die Spitze des KSA – zu der das Spital Zofingen gehört – gar kein Interesse mehr habe, das defizitäre Haus weiterzuführen.
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Soll im Januar 2025 antreten: Spitaldirektorin Olivera Ceric | Bild: PD
Es entbrannte eine Debatte über die Bedeutung des Spitals und die Rolle, die es in der KSA-Strategie spielen könnte. Begleitet wurden die Befürchtungen durch weitere Abgänge in Zofingen, insbesondere in der Radiologie.
Ein positives Signal kam dann Anfang September von den Gemeinden. In einer gemeinsamen Sitzung, bei der die Stadtpräsidien und Vizepräsidien von Aarburg, Oftringen, Rothrist und Zofingen vertreten waren, bekräftigten sie ihre Unterstützung für den Erhalt des Spitals Zofingen.
Vor einem Monat folgte dann die Meldung, dass das Spital Zofingen mit Olivera Ceric auch eine neue Direktorin bekommen wird. Sie soll im Januar 2025 die Leitung des Spital Zofingen übernehmen. Die Baselbieterin ist derzeit Geschäftsführerin der Praxis Magen-Darm Frick AG sowie Leiterin der Plattform ambulante Einheiten beim Kantonsspital Baselland.
In der Region kursierte auch die Vermutung, das Spital Zofingen könnte zu einem Gesundheitszentrum umgewidmet werden.
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