KSGL: Nur noch Ein- und Zweibett-Zimmer

Das Kantonsspital Glarus plant diverse Rochaden: So konzentriert es Bettenstationen, baut bei Akutgeriatrie und Palliative Care aus und verschafft sich neue Mieteinnahmen.

, 23. August 2024 um 07:15
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Bild: KSGL
Ab nächstem Jahr hat das Kantonsspital Glarus nur noch Ein- und Zweibettzimmer. Die Vierbettzimmer werden aufgehoben. Dabei werden die Bettenstationen von Chirurgie und Medizin sowie der Frauenklinik in einem Haus zusammengeführt.
Es ist eine «Ein-Bettenhausstrategie», wie das KSGL schreibt: Dies setze «ein Zeichen für eine zeitgemässe medizinische, interdisziplinäre Versorgung aller Patientinnen und Patienten».
Im Hintergrund steht, dass nach dem Wegzug der Rehaklinik von Zurzach Care neue Optionen möglich wurden. Geprüft wurde unter anderem, die Patientinnen und Patienten unabhängig von der Versicherungsklasse in Einzelzimmern unterzubringen.
Nun entschieden sich eine Arbeitsgruppe sowie Geschäftsleitung und Verwaltungsrat dafür, die akutstationären Bettenstationen Chirurgie und Medizin sowie die Frauenklinik im einem Bettenhaus – dem Haus 4 – zu konzentrieren und dabei nur Zwei- und Einbettzimmer anzubieten.

Klarere Patientenwege

Das neue Set-Up dürfte auch den Genesungsprozess unterstützen und die Patientenzufriedenheit erhöhen, so die Erwartung. Und: Die Ein-Bettenhausstrategie wird die Abläufe vereinfachen – zum Beispiel, dass ambulante und stationäre Prozesse klarer getrennt beziehungsweise abgestimmt werden können. Entsprechend legt das KSGL die Ambulatorien für Chirurgie, Frauenklinik und Medizin zusammen.
Schliesslich könne mit der Ein-Bettenhausstrategie auch die Akutgeriatrie ausgebaut werden. Das Spital will damit seine Ressourcen gezielt in vermehrt nachgefragten Bereichen ausbauen. Weiter sei ein Pilotversuch in der Palliative Care Abteilung «äusserst positiv» verlaufen; deshalb werden ab sofort statt bisher drei neu sechs Palliative-Care-Betten betrieben.

Einzug PDGL

Im Rahmen der Rochaden werden die Psychiatrischen Dienste Glarus PDGL beim Kantonsspital einziehen. Die PDGL vereint die bisherige Psychiatrie des Kantonsspitals Glarus, die Allgemeinpsychiatrische Tagesklinik Glarus der PD Graubünden sowie die Beratungs- und Therapiestelle Glarnerland.
Ein Punkt dabei: Für das KSGL entstehen so neue Mieteinnahmen.
«Mit diesen grundlegenden Strukturanpassungen vollziehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung einer optimalen Patientenversorgung für die Glarner Bevölkerung. Zugleich zahlt die Ein-Bettenhausstrategie darauf ein, dass wir ein wirtschaftlich gesundes Kantonsspitals Glarus formen können», sagt CEO Stephanie Hackethal.
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