Pflege: Kanton St.Gallen will Finanzierungslücke schliessen

Der Kanton St. Gallen plant die Förderung von spezialisierter Pflege und Hospizen. Zudem soll die Integration von ambulanter und stationärer Pflege vorangetrieben werden.

, 13. November 2023 um 14:00
image
Der Kanton will komplexe Demenzfälle besser beachten. | Unsplash
In den Betagten- und Pflegeheimen des Kantons St.Gallen werden immer mehr komplexe Pflegefälle betreut, zum Beispiel ältere Menschen mit einer psychischen Grunderkrankung oder Menschen nach einem schweren Hirninfarkt. Mit einem neuen Gesetz will die Regierung diese Versorgüngslücke in der spezialisierten Langzeitpflege nun schliessen.
Das Vorhaben zielt darauf ab, anerkannten Einrichtungen die Möglichkeit zu geben, höhere Kosten für aufwendige Pflegeleistungen geltend zu machen.
Die Vorlage würde für den Kanton zu Mehrausgaben von rund 3 Millionen Franken pro Jahr führen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die vorgesehene Regelung soll dazu beitragen, Finanzierungslücken zu schliessen und qualitativ hochstehende Leistungen im Bereich der spezialisierten Langzeitpflege zu fördern. Trotz dieser Neuerungen bleiben jedoch die Gemeinden für die Grundversorgung zuständig.

Komplexe Demenzfälle zu wenig berücksichtigt

Gleichzeitig sieht der Kanton St.Gallen vor, die Kosten bei Hospizen zu übernehmen, die auf spezialisierte palliative Pflege ausgerichtet sind. Denn die bestehende Finanzierung reicht bekanntlich nicht immer aus, um alle Kosten zu decken.
Der Gesetzesentwurf ist in der Vernehmlassung auf breite Zustimmung gestossen. Es wurden aber auch Bedenken geäussert, dass komplexe Fälle von Demenz nicht ausreichend berücksichtigt werden. Die Regierung anerkennt den Handlungsbedarf in diesem Bereich und will vor der Ausarbeitung einer Finanzierungslösung weitere Abklärungen vornehmen.

Fördergelder für Pilotprojekt

Vorgesehen ist darüber hinaus auch die Förderung von Pilotprojekten, die die Integration von ambulanter und stationärer Versorgung vorantreiben. Damit soll den demografischen Herausforderungen wirksam begegnet werden.
Der Gesetzesentwurf unterliegt dem obligatorischen Finanzreferendum und wird voraussichtlich im nächsten Jahr zur Volksabstimmung gelangen. Die Umsetzung der neuen Regelungen ist dann auf Anfang 2025 vorgesehen.
Artikel teilen
  • Share
  • Tweet
  • Linkedin
  • Whatsapp
  • Telegram
Kommentar

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Was ist Ihr Beruf?

Wo arbeiten Sie?*

undefined
undefined

*Diese Angaben sind freiwillig. Sie bleiben im Übrigen anonym.
Warum bitten wir Sie darum? Medinside bietet Ihnen die Informationen und Beiträge kostenlos. Das bedeutet, dass wir auf Werbung angewiesen sind. Umgekehrt bedeutet es idealerweise auch, dass Ihnen auf Medinside möglichst nur Werbung gezeigt wird, die zu Ihnen passt und die Sie interessant finden könnten.
Wenn wir durch solche Erhebungen Angaben über das allgemeine Profil des Medinside-Publikums gewinnen, nützt dies allen: Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, uns und unseren Kunden. Vielen Dank!


Mehr zum Thema

image

«Eine Ökonomisierung der Pflege lehnen wir ab»

Die Unia sucht Lösungen gegen die Krise in der Langzeitpflege. Ein neues «Care-Manifest» der Gewerkschaft fordert einen aktiveren Staat sowie eine direktere Einbindung der Pflegenden.

image

Frankreich: Höhere Tarife gegen Abwanderung von Pflegepersonal

Da immer mehr Pflegefachleute in der Schweiz oder in Luxemburg arbeiten, plant Frankreich eine Antwort – höhere Entschädigungen für Spitäler in Grenzregionen.

image

Bewährt, innovativ und zukunftsorientiert

Praxisnahe Weiterbildung für Führungskräfte im Gesundheitswesen: Kreative Zukunftsgestaltung und systematische Effizienzsteigerung. Ein gecoachtes Management-Projekt verbindet Ihre persönliche Entwicklung mit der erfolgreichen Weiterentwicklung Ihrer Gesundheitsorganisation.

image

Pflegemonitoring: Neue Daten zur Lage der Pflege

Ein interaktives Tool des Bundes bietet neue und aktualisierte Informationen zum Pflegeberuf.

image

Co-Creation im Gesundheitswesen

Zippsafe revolutioniert mit seinen Produkten das Gesundheitswesen. Ein platzsparendes Spindsystem optimiert Personalumkleiden, während ZippBag und ZippScan den Umgang mit Patienteneigentum verbessern. Erfahren Sie, wie die Produkte durch enge Zusammenarbeit mit Schweizer Spitälern entwickelt wurden.

image

Umbruch beim Pflegeverband: SBK plant nationale Dachorganisation

Statt der heutigen Struktur mit 13 Sektionen entsteht ein zentraler Verband für Pflegefachpersonen. Dieser soll effizienter sein – und auch neue Mitgliedergruppen integrieren.

Vom gleichen Autor

image

Kantonsspital Glarus verliert GL-Mitglied

Thomas Kühnis, Chef der Finanzen, Informatik und Betriebe, verlässt nach neun Jahren die Geschäftsleitung des Kantonsspitals Glarus.

image

Neue Ärzte-Tarife auf dem Weg zur Genehmigung

Die Tarifpartner beantragen wie geplant die Genehmigung eines Tarifsystems aus ambulanten Pauschalen und Tardoc.

image

Schatten über dem Verkauf des Spitals Flawil

Wurden beim Verkauf des Spitals Flawil die Vertragspartner getäuscht? Mehrere Kantonsparlamentarier verlangen Antworten von der St.Galler Regierung.