Spital Thusis budgetiert nochmals deutlichen Verlust

Der Stiftungsrat der Gesundheit Mittelbünden sucht weiter nach neuen Wegen in die Zukunft.

, 15. November 2024 um 14:36
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Bild: spitalthusis.ch
Die Verantwortlichen der 24 Trägergemeinden der Gesundheit Mittelbünden trafen sich am Donnerstag zur Delegiertenversammlung. Dabei wurde das Budget für das Jahr 2025 genehmigt. Wie die Organisation mitteilt, sieht die Planung ein Bruttodefizit 7,7 Millionen Franken vor – was gegenüber dem Jahr 2023 ein leichter Rückgang wäre, gegenüber dem Budget des laufenden Jahres 2024 aber eine Steigerung darstellt.

Ziel sei es, weiterhin eine moderne medizinische Versorgung für die Region sicherzustellen und attraktive Arbeitsplätze zu erhalten, so die Versammlung. Der Stiftungsrat arbeite weiterhin an verschiedenen Zukunftsvarianten.
Im vergangenen Jahr hatte der Betriebsaufwand der Organisation – zu der neben dem Spital Thusis zwei Praxen, eine Spitex und ein Rettungdienst gehören – bei gut 39 Millionen Franken gelegen; dem standen betriebliche Einnahmen von knapp 33 Millionen Franken gegenüber.
Die Stiftungsleitung setzte im März dann eine Taskforce ein, um die Effizienz zu verbessern, und holte die Berater von PwC, um Szenarien auszuloten. Mit der Taskforce wurden gut 160 Projekte geprüft, um die Kosten spürbar zu senken, und 80 Teilprojekte sind nun in der Umsetzungsphase.
Dennoch: Der Graben scheint schwer überbrückbar, wie auch das neuerliche Budget zeigt. Ein wesentlich kostengünstigeres Betriebsmodell sei «nicht möglich», so der Befund bislang. Alternative Szenarien wären zwar theoretisch denkbar, aber nicht praktisch umsetzbar gewesen – insbesondere auch wegen gesetzlichen Vorgaben.
Allerdings arbeitet die Kantonsregierung in Chur darauf hin, dass die Bündner Spitäler bei Bedarf leichter in Gesundheitszentren umgewandelt werden können. Die entsprechenden Entscheide der Gesundheitsregionen – etwa zum Abbau des stationären Angebots – sollen vereinfacht werden: «Massgebend soll jeweils ein Mehrheitsentscheid der Stimmberechtigten der Gemeinden einer jeweiligen Gesundheitsversorgungsregion sein», so der Regierungsrat in den Vernehmlassungs-Papieren.

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