Insel Gruppe sucht weiterhin einen CEO

Bislang konnte kein passender Kandidat gefunden werden. Der Gesundheitsökonom Heinz Locher bezeichnet die Suche gegenüber Radio SRF als nahezu aussichtslos.

, 19. November 2024 um 12:58
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Christian Leumann leitet derzeit, gemeinsam mit Verwaltungsratspräsident Bernhard Pulver, die Inselgruppe interimistisch. Bild: zvg
Bereits seit Anfang September ist die Stelle für einen neuen CEO des Inselspitals ausgeschrieben, ein geeigneter Kandidat wurde bislang nicht gefunden. Dies meldet das «Regionaljournal Bern, Freiburg, Wallis» von Radio SRF.
Dabei bestätigte die Insel Gruppe, dass man «mit einer Reihe von Personen Bewerbungsgespräche geführt habe(), allerdings noch von keinem Kandidaten, keiner Kandidatin vollends überzeugt» sei.
Seit dem Abgang von Uwe E. Jocham und Urs P. Mosimann im Mai dieses Jahres leitet der frühere Rektor der Universität Bern, Christian Leumann, gemeinsam mit Verwaltungsratspräsident Bernhard Pulver die Inselgruppe. Eigentlich wollte Leumann maximal für ein Jahr übernehmen – nun heisst es von der Insel Gruppe: «Wenn es die Situation erfordert, wird er länger bleiben.»

Anforderungsprofil

Der Spitalkonzern mit rund 11'000 Angestellten hatte die Stelle einerseits selbst per Inserat ausgeschrieben, andererseits eine Personalberatungsfirma engagiert.
Der oder die Kandidatin muss einen «Hochschulabschluss in Medizin, Naturwissenschaften oder Betriebswirtschaft sowie eine Weiterbildung im Management auf Stufe Master oder MBA, idealerweise gekoppelt mit einer Promotion» mitbringen, heisst es im Stelleninserat.
Zu erwähnten Aufgaben gehört – neben üblichen Punkten wie Strategie- und Prozessgestaltung – auch der «Aufbau eines gemeinsamen Führungsverständnisses sowie der gemeinsam getragenen inselweiten Unternehmenskultur und Verantwortungshaltung»; die Spannungen der letzten Jahre sollen hier also angegangen werden. Konkret erwähnt wird ferner die Entwicklung und der Ausbau weiterer Kooperationen.

Schwierige Suche

Der Berner Gesundheitsökonom Heinz Locher bezeichnete die Aufgabe der CEO-Besetzung als nahezu unmöglich. Im Radio-SRF-Beitrag sagte er, dass es nicht allein um die Besetzung der Führungsposition gehe, sondern um eine grundlegende Neustrukturierung des Unternehmens.
Diese sei ohne staatliches Eingreifen kaum umsetzbar: «Die einzige Lösung ist ein Interimsmanagment von mehreren Jahren aus Leuten, die aufräumen.»

Von Lausanne bis Luzern: CEOs gesucht

Derzeit suchen mehrere grosse und wichtige Spitäler nach einer neuen Leitung: Auch das Lausanner Unispital, das Universitätsspital Basel, das Kantonsspital Baselland, die Zentralschweizer Kantonsspital-Gruppe LUKS und Hirslanden müssen ihre Top-Jobs neu besetzen.


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