Zürich: Kein Teuerungsausgleich in den kantonalen Spitälern

Seit 2023 wuchsen die Lohnsummen bei KSW, PUK, IPW und USZ deutlich schwächer als in der übrigen Kantonsverwaltung.

, 20. Dezember 2024 um 11:34
image
Pflegefachfrau am USZ  |  Bild: PD
Wie auch immer man es rechnet: Für die Angestellten des Kantonsspitals Winterthur (KSW), der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK), der Integrierten Psychiatrie Winterthur (IPW) und des Universitätsspitals Zürich (USZ) wird der Reallohn nächstes Jahr einen Tick tiefer sein als Anfang dieses Jahres. Bei einer Teuerung von etwa 1,1 Prozent stellen die erwähnten Häuser zwischen 0,5 und 1,0 Prozent der heutigen Lohnsumme für Erhöhungen im 2025 zur Verfügung.
Dies meldete zuerst der «Tages-Anzeiger» unter Verweis auf interne Mitteilungen. In ihrem Memo ans Personal erklärt die Spitalleitung des Kantonsspitals Winterthur den Schritt mit der «herausfordernden finanziellen Situation» der Branche.
  • Konkret planen PUK und IPW 0,5 Prozent der heutigen Lohnsumme für individuelle Erhöhungen.
  • Am Kantonsspital Winterthur gibt es einen 0,7 Prozent-Zuwachs, der für individuelle Lohnerhöhungen und Einmalzahlungen eingesetzt wird.
  • Das Universitätsspital Zürich beschloss eine generelle Lohnerhöhung von 0,5 Prozent; ferner gibt es 0,5 Prozent für Einmalzulagen.

Vorteil Verwaltung

Auf der anderen Seite gewährt der Kanton Zürich den übrigen Angestellten einen Teuerungsausgleich von 1,1 Prozent. Die Gewerkschaft VPOD protestiert gegen den Sonderweg bei den Spitälern – und erinnert an den Grund, weshalb der Zürcher Regierungsrat vor drei Jahren den kantonalen Spitälern erlaubte, eigene Lohn-Wege zu gehen: Es müsse den Spitalräten möglich sein, ihr Haus «auf dem Arbeitsmarkt als attraktiven Arbeitgeber [resp. attraktive Arbeitnehmerin] positionieren zu können», so die Erklärung damals.
Doch wie der VPOD errechnet, nutzten die Spitäler die neue Freiheit seither für das Gegenteil: Seit Anfang 2023 summiert sich der Rückstand bei der Teuerungszulage gegenüber jener beim Kanton auf 2,2 Prozent bei PUK und IPS, auf 2,1 Prozent beim KSW und auf 1,6 Prozent beim USZ.
Auch der Pflegefachleute-Verband SBK kritisiert die Entscheide: «knausrig». Der SBK-Regionalverband fordert die Spitalleitungen auf, ihre Entscheide zu überdenken und die kantonale Vorgabe zu übernehmen – also die Teuerung mit 1,1 Prozent auszugleichen. «Ausserdem fordert unser Berufsverband bei künftigen Lohnmassnahmen, dass diese mit den Sozialpartnern endlich verhandelt werden.»



Artikel teilen
  • Share
  • Tweet
  • Linkedin
  • Whatsapp
  • Telegram
Kommentar

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Was ist Ihr Beruf?

Wo arbeiten Sie?*

undefined
undefined

*Diese Angaben sind freiwillig. Sie bleiben im Übrigen anonym.
Warum bitten wir Sie darum? Medinside bietet Ihnen die Informationen und Beiträge kostenlos. Das bedeutet, dass wir auf Werbung angewiesen sind. Umgekehrt bedeutet es idealerweise auch, dass Ihnen auf Medinside möglichst nur Werbung gezeigt wird, die zu Ihnen passt und die Sie interessant finden könnten.
Wenn wir durch solche Erhebungen Angaben über das allgemeine Profil des Medinside-Publikums gewinnen, nützt dies allen: Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, uns und unseren Kunden. Vielen Dank!


Mehr zum Thema

image

Co-Creation im Gesundheitswesen

Zippsafe revolutioniert mit seinen Produkten das Gesundheitswesen. Ein platzsparendes Spindsystem optimiert Personalumkleiden, während ZippBag und ZippScan den Umgang mit Patienteneigentum verbessern. Erfahren Sie, wie die Produkte durch enge Zusammenarbeit mit Schweizer Spitälern entwickelt wurden.

image

KSW: Neue Leiterin des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin

Barbara Brotschi wechselt vom Zürcher Kispi nach Winterthur und folgt als Zentrumsleiterin auf Traudel Saurenmann.

image

Effiziente Desinfektion: Plastikfrei & nachhaltig

Die Bacillol® 30 Sensitive Green Tissues bieten nachhaltige und effektive Desinfektion. Sie bestehen aus 100% plastikfreien Cellulosetücher und reduzieren CO₂-Emissionen um 25% pro Packung. Mit hoher Reissfestigkeit, grosser Reichweite und Hautverträglichkeit sind sie optimal für Hygiene und Umwelt.

image

«The World's Best Hospitals 2025»: USZ erneut in den Top Ten

Insgesamt drei Schweizer Spitäler kamen in die Spitzengruppe des bekannten Rankings von «Newsweek» und Statista.

image

Spitäler entsorgen Fentanyl unbürokratisch

In Schweizer Spitälern werden jährlich Zehntausende von Ampullen Fentanyl gebraucht. Die Reste werden entsorgt – ohne Dokumentation.

image

Nachhaltig: Bacillol® 30 Sensitive Green Tissues

HARTMANN erweitert sein Portfolio um die nachhaltigen Bacillol® 30 Sensitive Green Tissues. Die Tücher werden aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt und vereinen hohe Wirksamkeit, Materialverträglichkeit und Hautfreundlichkeit. Dabei werden Plastikabfall sowie CO₂-Emissionen reduziert.

Vom gleichen Autor

image

Zurück auf die Beine: Stimulation hilft Gelähmten beim Gehen

Ein neues Verfahren aus Lausanne verbindet Rückenmark-Stimulation mit Robotik – um bei Querschnittgelähmten die Muskelkoordination zu verbessern. Das System könnte weltweit in Reha-Kliniken eingesetzt werden.

image

Chirurgie: Freiburger Spital verliert Chefarzt

Michel Adamina, der Chefarzt der Klinik für Allgemeine Chirurgie, zieht weiter – und erklärt den Rücktritt auch mit seinen Perspektiven am HFR.

image

Kampf gegen das Mittelmass: Die besten Medizin-Universitäten der Welt

Im «QS World University Ranking» erscheint die ETH als beste Schweizer Life-Sciences-Hochschule, und in der Zahnmedizin landen gleich zwei Schweizer Unis in den Top Ten. Immerhin.