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Tardoc: Nun muss Schluss sein mit den Verzögerungen
Der wichtigste Tarif im Gesundheitswesen braucht ein Upgrade – und zwar rasch.
Kommentar von Philomena Colatrella, Yvonne Gilli und Willy Oggier, 10. Juni 2024 um 22:00- Werden Tarife und Preise zu tief angesetzt, droht Unterversorgung.
- Werden sie zu hoch angesetzt, besteht die Tendenz zur Überversorgung.
- Ist die dahinterstehende Tarifstruktur schlecht konzipiert oder veraltet, geht die Entwicklung in eine ähnliche Richtung. Und genau daran krankt der aktuelle Arzttarif Tarmed.
- Philomena Colatrella ist seit 2016 CEO der Krankenkasse CSS.
- Yvonne Gilli, Fachärztin für Innere Medizin, ist seit 2021 Präsidentin der FMH.
- Willy Oggier gehört zu den führenden Gesundheitsökonomen der Schweiz.
«Die stetige Pflege der ambulanten und stationären Tarifstrukturen wäre eine Daueraufgabe.»
«Es gibt keinen einzigen Grund dafür, dass der Bundesrat auf der gleichzeitigen Einführung von Pauschalen und Tardoc beharrt.»
Reformen sind möglich
- Auch die Kinderspitäler können nicht mehr warten. In der Kindermedizin wird besonders deutlich, weshalb das heutige Tarifsystem unhaltbar geworden ist. Ein Kommentar von UKBB-Präsident Marc-André Giger.
- Ja zum neuen Arzttarif – aber nur mit ambulanten Pauschalen. Ein neues ambulantes Tarifsystem muss Pauschalen mit dem Einzelleistungstarif Tardoc kombinieren. Ein Kommentar von Anne-Geneviève Bütikofer und Verena Nold.
- Die Verantwortung der Tarifpartner. Eifrig diskutiert die Branche über die Kostenfolgen von Tarifsystemen – aber kaum über die Folgen für die Versorgung oder für die Strukturen. Ein Kommentar von Pius Gyger.
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