13,4 Millionen Franken Verlust schrieb das Spital Uster 2020, während 2019 ein Minus von 6,7 Millionen zu Buche getragen werden musste. «Trotz Pandemie, den knappen Ressourcen und dem Fachkräftemangel zeichnen sich erste Erfolge des strategischen Turnaround-Prozesses ab», schreibt das Spital, das um seine
Zukunft bangen muss, in seiner Mitteilung und rechnet vor:
«Auf Ebene Ebitda konnte das operative Ergebnis um elf Millionen Franken respektive um zehn Prozent auf ein Plus von 5,1 Millionen Franken gesteigert werden.» Die Ebitda-Marge stieg 2020 von minus 3,9 Prozent auf plus drei Prozent (siehe Tabelle unten). Unter dem Strich schliesst das Betriebsergebnis aber mit einem Minus von 5,7 Millionen ab.
Die roten Zahlen begründet das Spital Uster mit den Abschreibungen der Projekt- und Planungskosten von 5,33 Millionen Franken aus dem Um- und Erweiterungsbau. «Das Bauvolumen wurde bereits im letzten Jahr massiv reduziert und hat durch die Entscheide der Zürcher Gesundheitsdirektion hinsichtlich Spitalliste 2023 sowie dem negativen Bundesgerichtentscheid zum Gestaltungsplan der Stadt Uster eine weitere substanzielle Bausummenreduktion zur Folge», erklärt das Spital.
Anzahl Patienten leicht gestiegen
2021 behandelte das Spital Uster 9919 stationäre Patientinnen und Patienten, oder 291 mehr als 2020. Das entspricht einem Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der ambulante Bereich entwickelt sich positiv mit einem Plus von rund 8,5 Prozent respektive zusätzlichen 4'280 Patienten.
Im April 2021 eröffnete das Spital Uster ein kantonales Impfzentrum am Standort Sportareal Buchholz. Der Leistungsauftrag schlägt mit Kosten von 10,6 Millionen Franken zu Buche. Gemäss Spital ist er finanziell in diversen Aufwandspositionen für die grösste Abweichung zum Vorjahr verantwortlich. Im Covid-Testzentrum stiegen die Testungen 2021 um 30'888 von 18'532 auf 49'420 an. 2021 wurden rund 464 Covid-Patienten stationär behandelt, davon 68 auf der Intensivstation.
Spitaldirektor positiv gestimmt
Auch wenn der Turnaround 2021 aus finanzieller Sicht noch nicht vollumfänglich realisiert werden konnte, will das Spital Uster die Weichen richtig gestellt haben: «Ohne die einmalige Korrektur durch die abschreibungsbedingten Projekt- und Planungskosten aus dem Bauvorhaben hätten wir mit minus 371'000 Franken beinahe eine schwarze Null geschrieben. Mit Blick auf die aktuellen Zahlen bin ich zuversichtlich, dass wir dieses Ziel im 2022 erreichen werden», zeigt sich Andreas Greulich, Spitaldirektor, zuversichtlich.
Nun gelte es, in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, ein langfristiges Leistungsangebot (ambulant und stationär) für das Einzugsgebiet zu definieren, um die vorerst provisorischen Leistungsaufträge 2023 zu sichern und eine stabile wirtschaftliche Basis zu schaffen.
«Sind die Bedingungen geklärt und erfüllt, werden weitere Schritte bezüglich Erweiterungs- oder Erhaltungsbauvorhaben geprüft», hält das Spital weiter fest.
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