Gesponsert

Deutsche Ärzte in der Schweiz: Eine Checkliste

Wenn Deutsche berufsbedingt in die Schweiz ziehen, müssen sie wegen komplexer bilateraler Regelungen ihre Vorsorge, Versicherungen und Steuern neu ordnen: Das wird teuer, wenn man sich nicht auskennt. Wir verraten Ihnen, wo die Stolperfallen liegen und wie Sie diese umgehen.

, 7. Mai 2023 um 22:00
image
Wer als Deutscher in der Schweiz arbeitet, muss sich aufgrund gänzlich anderer gesetzlicher und steuerlicher Rahmenordnungen mit diversen Anpassungen beschäftigen. Von der Krankenversicherung über eine Analyse der Vorsorge- und Vermögenssituation bis hin zu bilateralen Steuerfragen ist die gesamte persönliche Finanzsituation neu zu analysieren. Das wird schnell teuer, wenn man sich nicht auskennt und betrifft schweizweit mehr als 300'000 zugezogene Deutsche – darunter viele Mediziner.
Jeder fünfte Arzt in der Schweiz stammt aus Deutschland. In den Spitälern ist der Anteil sogar noch höher. Sind Sie einer von Ihnen? Sind gerade erst zugezogen und verschaffen sich eine erste Orientierung im Dschungel der Einwanderungsmodalitäten? Oder leben Sie schon länger auf Schweizer Boden? In jedem Fall lohnt sich ein Blick auf unsere Checkliste. Haben Sie alles bedacht? Doppelspurigkeiten beseitigt? Kostenfallen umgangen?
image

Zollverletzungen

So banal es klingt, so kostspielig kann es werden: Wer bei der Einfuhr von Hab und Gut oder bei der grenzüberschreitenden Nutzung von Fahrzeugen Zollverletzungen begeht, zahlt hohe Bussen. Informieren Sie sich über Einfuhrbestimmungen, die Regelungen für Reparaturen im Ausland oder die Nutzung ihres Fahrzeuges durch nicht in der Schweiz wohnhafte Familienangehörige.

Vorsorge-Doppelspurigkeiten

Gute Nachrichten gibt es in Sachen Vorsorge: Die Standesorganisationen der Schweizer Mediziner offerieren auch zugezogenen Ärzten hervorragende Beratung, Vorsorgeprodukte, Versicherungskonditionen und perfekt aufeinander abgestimmte Lösungen. Um Doppelspurigkeiten und Extra-Kosten zu vermeiden, sollten Deutsche in der Schweiz ihre deutsche Rentenlösung oder Berufsunfähigkeits-Versicherung mit den Schweizer Optionen abgleichen und idealerweise alle steuerlichen Vorteile des Schweizer Systems wie die steuerbegünstigte Säule 3a von Anfang an nutzen.

Krankenversicherung

Der Abschluss einer Schweizer Krankenversicherung ist für alle in der Schweiz Ansässigen obligatorisch. Grenzgänger können wählen, ob sie in Deutschland versichert bleiben wollen. Aber besteht auch die Möglichkeit die Versicherungssysteme zu kombinieren, die deutsche PKV auf eine Anwartschaft umzustellen oder sich von der Schweizer Versicherungspflicht befreien zu lassen? Diese Fragen sollten Sie unbedingt von Vorneherein klären.

Steuererklärung

Deutsche in der Schweiz zahlen zunächst die direkt vom Einkommen abgezogene Quellensteuer. Viele denken, damit seien sie nicht verpflichtet eine Steuererklärung einzureichen. Doch dieser Eindruck täuscht! Im Rahmen einer sogenannten nachträglichen, ordentlichen Veranlagung (NOV) können Deutsche in der Schweiz nicht nur Abzüge für die Säule 3a, Weiterbildungskosten oder Schuldzinsen geltend machen, sondern sie sind auch verpflichtet sämtliche weltweiten Einkünfte und Vermögen inkl. Immobilien, die sich im Ausland befinden, sowie ihre Erträge zu deklarieren.
Sollten Sie dabei ausländische Konten, Depots, Versicherungen oder Immobilien «vergessen», müssen Sie mit hohen Nachsteuern oder Bussen rechnen. Der automatische Informationsaustausch über Finanzkonten (AIA) meldet regelmässig deutsche Konten an die Schweizer Steuerbehörden. Auf diese Weise haben die Kantone zwischen 2019 und 2021 mehr als 18’000 Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung gegen natürliche Personen geführt und Nachsteuern/Bussen in Höhe von 443,7 Mio. Franken verhängt.

Unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland

Apropos Steuern: Wussten Sie, dass man auch als in der Schweiz Ansässiger in Deutschland steuerpflichtig werden kann? Voraussetzung ist ein Wohnsitz oder der regelmässige Aufenthalt im Land. Besitzt man eine deutsche «Zweitwohnung» oder übernachtet auch nur drei bis viermal wöchentlich in Deutschland, wird man gemäss Deutsch-Schweizer Doppelbesteuerungsabkommen besteuert und zahlt sehr umfängliche Mehrsteuern. Was viele nicht wissen, schon wenn man nur den Schlüssel zur Wohnung seines in Deutschland lebenden Partners besitzt und sich unregelmässig dort aufhält, kann die deutsche Steuerbehörde dies zum «Wohnsitz» erklären.

Schenkungen und Erbschaften

Erklärt die deutsche Steuerbehörde einen Ihrer Aufenthaltsorte zum Wohnsitz müssen Sie weltweit erhaltene bzw. getätigte Schenkungen und Erbschaften in Deutschland versteuern. Weil es hierfür kein Doppelbesteuerungsabkommen gibt, unterliegen selbst steuerfreie Übertragungen von Schweizer Vermögen der deutschen Schenkungssteuer. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den komplizierten bilateralen Steuer-Regelungen. Schon kleine Fehler können hier riesige Kosten verursachen. Eine professionelle Beratung ist daher unbedingt zu empfehlen.
Speziell auf die Bedürfnisse von Medizinern abgestimmt ist seit 20 Jahren die Beratung der ACADEMIX Consult. Speziell für Deutsche in der Schweiz bieten die ACADEMIX Consult Finanzplanungsexperten eine kostenfreie Informationsveranstaltung an.
image


Artikel teilen
  • Share
  • Tweet
  • Linkedin
  • Whatsapp
  • Telegram
Kommentar

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Was ist Ihr Beruf?

Wo arbeiten Sie?*

undefined
undefined

*Diese Angaben sind freiwillig. Sie bleiben im Übrigen anonym.
Warum bitten wir Sie darum? Medinside bietet Ihnen die Informationen und Beiträge kostenlos. Das bedeutet, dass wir auf Werbung angewiesen sind. Umgekehrt bedeutet es idealerweise auch, dass Ihnen auf Medinside möglichst nur Werbung gezeigt wird, die zu Ihnen passt und die Sie interessant finden könnten.
Wenn wir durch solche Erhebungen Angaben über das allgemeine Profil des Medinside-Publikums gewinnen, nützt dies allen: Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, uns und unseren Kunden. Vielen Dank!


Mehr zum Thema

image

Zukunftsvisionen für die Gesundheitsversorgung

Beim Roche Forum 2024 diskutierten Expertinnen und Experten zentrale Herausforderungen der Schweizer Gesundheitsversorgung und setzten wertvolle Impulse für die Zukunft.

image

Zusatzversicherungen: SVV warnt vor Leistungskürzungen

Bis Ende 2024 dürften drei Viertel der Zusatzversicherungsverträge den neuen Transparenzanforderungen genügen. In der Genferseeregion bleibt der Weg steinig.

image

Ein «Curriculum» für junge Hausärztinnen und Hausärzte

Das Spital Bülach hat eine Lösung gegen den Hausärztemangel: Es bildet Ärzte und Ärztinnen speziell fürs Zürcher Unterland aus.

image

Neuer Präsident der Gesellschaft für Dysphagie

Bartosz Bujan von der Klinik Lengg wird Nachfolger von Jörg E. Bohlender

image

In Deutschland droht der nächste Ärzte-Streik

60'000 Spitalärzte prüfen den Ausstand. Womit die Streikwelle in Europas Gesundheitswesen bald den nächsten Höhepunkt erreichen könnte.

image

Einstimmig: Zürich soll Medizin-Studienplätze massiv ausbauen

Der Kantonsrat beauftragt die Regierung, zu berechnen, wie 500 zusätzliche Plätze geschaffen werden könnten.

Vom gleichen Autor

image

5 Tipps zum Kosten sparen in der Geldanlage

Ein Wegweiser durch den Gebühren-Dschungel der Geldanlage und konkrete Tipps für kostengünstige Anlagelösungen.

image

Der Weg aus der Vorsorgelücke

Wie Sie frühzeitig und vernünftig Ihre Pensionierung planen, dabei Steuern sparen und der Inflation entgegenwirken.

image

Vorsorge für Ärzte: Was geht mich der CS-Crash an?

Warum die Bankenkrise uns alle betrifft und wie ich mein Erspartes und meine Altersvorsorge jetzt in Sicherheit bringe.