Brustkrebsscreening bald auch in Baselland

Während immer mehr Kantone Brustkrebsscreenings einführen, wird der Nutzen in Zürich hinterfragt.

, 14. November 2024 um 14:04
image
Die rose Schleife als Zeichen der Brustkrebs Früherkennung. Bild: >Unsplash
In Basel-Stadt gibt es bereits seit 2014 ein etabliertes Brustkrebs-Screening, nun sollen auch im angrenzenden Kanton Baselland Frauen ab 2026 von einem solchen Früherkennungsangebot profitieren.
Zusätzlich will Baselland das kürzlich gestartete Darmkrebs-Screening fortsetzen, das Anfang 2023 eingeführt wurde. Um den Aufbau des Brustkrebsvorsorgeprogramms sowie den Betrieb beider Programme bis 2027 zu sichern, beantragt die Regierung beim Landrat drei Millionen Franken. Das schreibt die Basellandschaftliche Zeitung.
Basierend auf dem Modell aus Basel-Stadt, sollen alle Frauen zwischen 50 und 74 Jahren, die in Baselland wohnen oder dort arbeiten und krankenversichert sind, künftig alle zwei Jahre von der Krebsliga beider Basel zum freiwilligen Mammografie-Screening eingeladen werden.
Die Baselländer Regierung strebt mit dem neuen Screening-Programm eine deutliche Steigerung der Teilnahmequote an. Während derzeit etwa 20 Prozent der Frauen zur Vorsorge-Mammografie gehen, sollen es zukünftig mindestens 40 Prozent sein. Eine höhere Teilnahme würde die Zahl der früh entdeckten Tumoren erhöhen und damit die Heilungschancen verbessern, so die Hoffnung.

image

Vorsorgelücken

Während in der Romandie Früherkennungsprogramme für Brustkrebs seit rund 20 Jahren flächendeckend etabliert sind, gibt es in der Deutschschweiz noch grosse Lücken. Mehr als ein Viertel der Schweizer Kantone lädt Frauen ab 50 bislang nicht zur regelmässigen Mammografie ein. Die Gegner solcher Programme führen vor allem die Kosten an und verweisen darauf, dass Frauen sich eigenverantwortlich um Vorsorgeuntersuchungen bemühen könnten.
Doch langsam tue sich etwas, schreibt «SRF»: So hätten auch die Kantone Aargau und Schaffhausen bereits Gelder für die Einführung von Mammographie-Programmen beschlossen. Auch im Kanton Luzern werde die Regierung im Dezember einen entsprechenden Vorschlag ins Parlament bringen.

Zürich zögert

Der Kanton Zürich sei daran, die Einführung eines Früherkennungsprogramms zu evaluieren, wie die Gesundheitsdirektion der «NZZ» mitteilte. Unter anderem wegen möglichen falsch positiven Resultaten der Mammografie-Screenings müsse man die Einführung eines solchen Programms aber gut prüfen.
Im Interview mit der NZZ zeigte die FDP-Nationalrätin und Ärztin Bettina Balmer wenig Verständnis für die zögerliche Haltung des Kantons: «Im Kanton Zürich herrscht die Idee vor, dass regelmässiges Abtasten der Brust reicht, um eine Erkrankung festzustellen. Ärztinnen und Ärzte sind sich aber einig, dass selbständiges Abtasten nicht reicht».
Deshalb seien Mammografie-Programme so wichtig: «Man hat wirklich frühe Befunde, kann früh behandeln. So verhindert man Leid und spart Kosten».

In jenen Kantonen, die kein offizielles Früherkennungsprogramm anbieten, müssen Frauen die Kosten für ein Brustkrebs-Screening meist selbst übernehmen. Im Rahmen eines Programms hingegen deckt die Krankenkasse 90 Prozent der Kosten für die Untersuchung, und das ohne Anrechnung auf die Franchise. Die administrativen Ausgaben, darunter die Durchführung und Evaluation der Programme, werden von den Kantonen getragen.

Artikel teilen
  • Share
  • Tweet
  • Linkedin
  • Whatsapp
  • Telegram
Kommentar

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Was ist Ihr Beruf?

Wo arbeiten Sie?*

undefined
undefined

*Diese Angaben sind freiwillig. Sie bleiben im Übrigen anonym.
Warum bitten wir Sie darum? Medinside bietet Ihnen die Informationen und Beiträge kostenlos. Das bedeutet, dass wir auf Werbung angewiesen sind. Umgekehrt bedeutet es idealerweise auch, dass Ihnen auf Medinside möglichst nur Werbung gezeigt wird, die zu Ihnen passt und die Sie interessant finden könnten.
Wenn wir durch solche Erhebungen Angaben über das allgemeine Profil des Medinside-Publikums gewinnen, nützt dies allen: Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, uns und unseren Kunden. Vielen Dank!


Mehr zum Thema

image

Heimarzt-Besuche: Krankenkassen kritisieren Weg- und Wechsel-Entschädigungen

Das SRF-Konsumentenmagazin «Kassensturz» prangert hohe Wegentschädigungen von Heimarztbesuchen an. Die betroffene Firma Emeda verteidigt ihr Abrechnungsmodell, hat aber Anpassungen vorgenommen.

image

Nachfolge gesucht: MPA-Team schreibt Arztstelle aus

In Münsingen läuft es für einmal umgekehrt: Medizinische Praxisassistentinnen suchen Ärzte – um gemeinsam eine Praxis weiterzuführen.

image

Medbase expandiert in der Westschweiz

In Bulle plant die Praxis-Gruppe ein neues medizinisches Zentrum.

image

Pallas Kliniken streichen 20 Stellen

Das Familienunternehmen will sich am Hauptsitz in Olten auf weniger Fachbereiche fokussieren.

image

Notfallpauschalen: FMH und Prio.Swiss haben eine Lösung

Einerseits sollen angestellte Ärztinnen und Ärzte die Zuschläge ebenfalls erhalten. Andererseits fahnden die Krankenkassen nach Fällen, wo aus den Inkonvenienzpauschalen ein Business gemacht wird.

image

Swiss Medical Network weiter auf Einkaufstour

Letzte Woche das Spital Zofingen, diese Woche drei neue Hausarztpraxen: Swiss Medical Network wächst weiter.

Vom gleichen Autor

image

Auch Unispital Zürich mit besserem Jahresergebnis

2024 behandelte das USZ stationär wie ambulant mehr Patienten. Damit konnte der Verlust gesenkt werden.

image

Neue HR-Leiterin am Sanatorium Kilchberg

Corinne von Gunten wird damit auch Mitglied der Geschäftsleitung. Sie war zuletzt im Spital Bülach tätig.

image

Physiotherapeuten bekommen endlich einen neuen Tarif

Ab Juli 2025 gilt ein neuer Zeitleistungstarif, der den bisherigen Pauschaltarif ablöst. Darauf haben sich die Tarifpartner Physioswiss, H+ und die Medizinaltarif-Kommission geeinigt.